Aktuelle Informationen

186 Schulen als „Medienscouts NRW-Schule“ ausgezeichnet

von Michael Veldkamp -

Mehr als 1.300 Schulen bereits ausgebildet/ über 8.000 aktive Medienscouts an weiterführenden Schulen / auch 180 Grundschulen sind dabei / Medienscouts NRW wachsen weiter / Sonderabzeichen für besonderes Engagement gegen Fake News

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: 

186 weiterführende Schulen in Nordrhein-Westfalen erhalten in diesem Jahr das Abzeichen „Medienscouts NRW-Schule“. 60 von ihnen werden zusätzlich mit einem Sonderabzeichen ausgezeichnet. Dieses erhalten Schulen, deren Medienscouts mit besonders kreativen und wirkungsvollen Projekten das Thema Desinformation aufgegriffen haben. Das Schulministerium und die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen verleihen das Abzeichen jeweils für ein Jahr. Es würdigt Schulen, die Medienkompetenz dauerhaft im Schulalltag verankern und Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, digitale Medien sicher, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.

Schulministerin Dorothee Feller: „Medienkompetenz ist heute in einer Zeit von Fake-News eine ganz wichtige Voraussetzung für Teilhabe, Orientierung und Selbstbestimmung. Und genau hier haben die Medienscouts NRW eine große Stärke. Wenn junge Menschen auf Augenhöhe miteinander reden, erklären und diskutieren, bleibt viel mehr hängen, als wenn etwas von oben herab erklärt wird. Das ist die große Stärke des Peer-to-Peer-Ansatzes. Ich bin beeindruckt, mit wie viel Kreativität, Ernsthaftigkeit und Verantwortung junge Menschen sich Themen wie Desinformation, Cybermobbing oder dem Leben in sozialen Netzwerken stellen. Das ist gelebte Medienbildung mitten aus dem Schulalltag heraus. Mein großer Dank gilt allen Medienscouts und den Lehrkräften, die dieses starke Engagement möglich machen und Tag für Tag begleiten.“

Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: „Hätte man mir als Jugendlichem ein Smartphone in die Hand gedrückt und gesagt: ‚Mach mal‘ – ich hätte mir auch gewünscht, dass da jemand auf Augenhöhe ist. Genau das leisten die Medienscouts NRW. Sie helfen dort, wo Erwachsene oft gar nicht mehr rankommen.“

Der Erfolg des Programms „Medienscouts NRW“ beruht auf seinem Peer-to-Peer-Ansatz: Schülerinnen und Schüler werden selbst zu Medienscouts qualifiziert und geben ihr Wissen anschließend an Gleichaltrige weiter. Gerade bei Themen wie Desinformation, Hass im Netz, Kettenbriefen im Klassenchat oder dem verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken gelingt der Austausch auf Augenhöhe häufig besonders gut. Die Medienscouts schaffen Vertrauen, stoßen Gespräche an und tragen dazu bei, dass Fragen und Herausforderungen frühzeitig aufgegriffen werden. Begleitet werden sie von speziell qualifizierten Beratungsfachkräften, die das Angebot dauerhaft an ihren Schulen verankern. So wird Medienkompetenz zu einem festen Bestandteil des Schulalltags.

Das Angebot „Medienscouts NRW“ wurde von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen entwickelt und wird vom Schulministerium gefördert. Es hat sich seit seinem Start im Jahr 2011 zu einem der größten Angebote zur Förderung von Medienkompetenz in Deutschland entwickelt. Bereits mehr als 1.300 weiterführende Schulen haben teilgenommen. Mehr als 8.000 Schülerinnen und Schüler engagieren sich inzwischen als Medienscouts und unterstützen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler im Schulalltag.

Der Erfolg des Programms zeigt sich auch an der Ausweitung auf die Grundschulen. Seit 2024 wird das Angebot dort schrittweise eingeführt. Aktuell haben 180 Grundschulen die Ausbildung abgeschlossen. 120 sind noch bis zum Jahresende in Ausbildung. Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen lernen dort frühzeitig, digitale Medien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen und übernehmen als Medienscouts Verantwortung für ihre Schulgemeinschaft. Zugleich wird das Angebot kontinuierlich auf Förderschulen ausgeweitet und an deren jeweilige Bedarfe angepasst.

Zum Angebot gehören neben der Qualifizierung der Medienscouts regelmäßige Fortbildungsangebote für Beratungsfachkräfte, die digitale Lern- und Austauschplattform SCOUT:NET, Elternangebote, die Medienscouts Convention sowie weitere Unterstützungsangebote für Schulen. So ist in Nordrhein-Westfalen ein starkes Netzwerk entstanden, das Medienbildung dauerhaft im Schulalltag verankert und Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, sich sicher, kritisch und verantwortungsvoll in der digitalen Welt zu bewegen.

Weitere Informationen zum Programm „Medienscouts NRW“ finden Sie unter www.medienscouts-nrw.de.

Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt - Handlungsepfehlungen

von Michael Veldkamp -

Expertenkommission veröffentlicht Handlungsempfehlungen 

Die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" hat am 24. Juni ihre Handlungsempfehlungen an Bundesbildungs- und - familienministerin Karin Prien übergeben. Die Empfehlungen zeigen Wege auf, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gelingen können. Sie bilden die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.

Hier der Link zur Seite des BMFSFJ mit den Handlungsempfehlungen zum Download in einer Lang- und Kurzfassung (unten auf der Seite):
https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/expertenkommission-veroeffentlicht-handlungsempfehlungen-290226

Handlungsempfehlungen vom 24.06.2026

Ad-hoc-Stellungnahme Deutscher Ethikrat: Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt

von Michael Veldkamp -

Wie schützen wir Kinder und Jugendliche im Internet? Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat den Deutschen Ethikrat im Oktober 2025 in einem Brief darum gebeten, die aktuelle Diskussion zu den Auswirkungen Sozialer Medien auf Jugendliche in einen grundlegenden ethischen Kontext einzubetten.

Die Lage ist komplex. Angesichts jugendgefährdender Inhalte und den befürchteten gesundheitlichen Risiken intensiver Soziale-Medien-Nutzung werden auch in Deutschland altersgestaffelte Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Angeboten und weitere Maßnahmen erwogen, um Minderjährige besser zu schützen. Doch viele Ansätze bringen eigene Herausforderungen mit sich, insbesondere mit Blick auf gleichermaßen wirksame wie nebenwirkungsarme Lösungen für eine Altersbestimmung. Ein Verbot Sozialer Medien für Minderjährige birgt zudem Teilhabeprobleme und adressiert nicht die Risiken anderer digitaler Angebote wie Onlinespiele oder KI-Chatbots.

Bei allen Fragen in der aktuellen Diskussion müssen Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen im Internet berücksichtigt und gegeneinander abgewogen werden. Dieses ethische Spannungsfeld analysiert der Deutsche Ethikrat in seiner Ad-hoc-Stellungnahme und formuliert 13 Empfehlungen dazu, wie es gelingen kann, unterschiedlichen Belangen des Kindeswohls im digitalen Raum besser gerecht zu werden.

Hier der Link zur Ad-hoc-Stellungnahme des Ethikrates: 
https://www.ethikrat.org/publikationen/stellungnahmen/kinder-und-jugendliche-in-der-digitalen-welt/

Unten auf der Seite findet sich der gesamte Text der Ad-hoc-Stellungnahme zum Download.
Stellungnahme vom 11.06.2026

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